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Motivbänke

Die Schwetzinger Zeitreise wird durch ein weiteres Jubiläumsprojekt ergänzt, das die Schwetzinger Geschichte im öffentlichen Raum entfalten lässt.Bildnachweis: T. Schwerdt

Motivbänke

Unterschiedlich gestaltete Motivbänke bieten im öffentlichen Raum auf ungewöhnliche Weise Einblicke in die interessante und vielseitige Geschichte der Kurpfälzer Residenzstadt Schwetzingen.

766 - 2016 von Suezzingen zu Schwetzingen: Erste Erwähnung im Lorscher Codex, Kleine Planken

Die Siedlung Suezzingen wurde am 21. Dezember 766 erstmals im Urkundenbuch des Reichsklosters Lorsch an der Bergstraße urkundlich erwähnt. Eine gewisse Agana, die wohl einer begüterten Familie angehörte, übertrug dem Kloster und dessen Schutzpatron, dem Hlg. Nazarius, zahlreiche Ländereien zum Heil ihrer Seele.

Mozart, Schiller & Co.: Der Musenhof des Kurfürsten Carl Theodor, Schlossplatz

Unzählige Zitate umschreiben den Musenhof, in denen sich die Gartenkunst, Musik, Bildhauerei und Malerei einen reizvollen Dialog gaben. Schiller, Mozart, Gluck u.v.a. waren bei dem kunstsinnigen Kurfürsten Carl Theodor zu Gast. Die Künste, v.a. die Musik, spielen auch im heutigen Schwetzingen eine bedeutende Rolle.

Der Weg in die Moderne: Mobilitätsgeschichte und industrieller Aufbruch, am Leimbach

Am 12. Juni 1817 fuhr Karl von Drais mit seiner selbst entwickelten Laufmaschine von Mannheim nach Schwetzingen und wieder zurück. Er bahnte hiermit den Weg für die spätere pferdelose und somit schnellere Mobilität. Bis sich das Fahrrad weltweit endgültig durchsetzen konnte, vergingen noch fünfzig weitere Jahre.                             

Ein Jäger aus Kurpfalz: Vom Jagdschloss (1427) zur Sommerresidenz (1720), Markplatz

1350 wurde erstmals eine „Veste“ urkundlich er­wähnt. 1427 wechselte die Wasserburg ihren Besitzer vom Rittergeschlecht der Erligheimer zum Kurfürsten Ludwig III. Durch Ludwig V. erfolgte der Umbau zu einem Jagdschloss im Renaissancestil. Von hier aus unternahm die Hofgesellschaft Jagden in die Wälder der Umgebung.

Meisterschuss trifft Lukullus: Spargelmetropole Schwetzingen, Heckerplatz

Um 1850 fand das königliche Gemüse Einzug in die örtliche Landwirtschaft. Ökonom Max Bassermann legte ab 1870 erste Großkulturen an und verarbeitete Spargel in seiner Konservenfabrik. Hofgärtner Gustav A. Unselt züchtete ab 1910 ertragreiche Sorten, die den Ruhm Schwetzingens als Spargelstadt begründeten.

Bier von hier: Gastlichkeit mit Hopfen und Malz, Bismarckplatz

Gastlichkeit mit Hopfen und Malz
…Gott erhalt’s. Bereits im 18. Jahrhundert entstanden in Schwetzingen zahllose Hausbrauereien; besonders erfolgreich agierte lange Zeit die Schwetzinger Schwanen- und bis heute die inzwischen in Plankstadt beheimatete Weldebrauerei. Um 1900 war Schwetzingen vor allem als badische Hopfenmetropole bekannt.
 

Johann Ludwig Petri (1714–1794): Die Quadratur des Kreises
Französischer Gartenstil im Schlossgarten, Bodelschwinghstraße 10

Herzstück des Schlossgartens ist das Kreisparterre, der so genannte Zirkel. Ihn durchkreuzen radiale Haupt- und Nebenachsen. Die Beete sind im Stil des französischen Gartens von exakt beschnittenen Buchsen begrenzt und mit geometrisch gestutzten Bäumen bepflanzt, dem Ansinnen André Le Nôtres folgend, „die Natur mit den Mitteln der Kunst zu beschämen“.

Den Entwurf legte Johann Ludwig Petri (1714–1794), Gartenbaudirektor im Herzogtum Pfalz-Zweibrücken Kurfürst Carl Theodor vor. Von 1755-56  war er kurpfälzischer Oberhofgärtner. In der europäischen Gartenkunst gilt das von Petri gestaltete Schwetzinger Kreisparterre als einzigartig.
 

Glaube verbindet: Kirchengeschichte in Schwetzingen ab 1305, Uhlandstraße 14

1305 ist das erste Mal eine Kirche im Schwetzinger Unterdorf dokumentarisch verbrieft. 1435 wird das Patrozinium St. Pankratius erwähnt. Nach Nutzung von 1698-1703 als Simultankirche mussten sich die Reformierten mit Notkirchen behelfen. 1758 entstand der Bau der heutigen evangelischen Stadtkirche (seit 1821).

Freundschaft verbindet: Schwetzingen und seine Partnerstädte, Platz der Freundschaft

Mit den Partnerstädten Lunéville/Frankreich, Pápa/Ungarn, Spoleto/Italien und Fredericksburg, (VA)/USA steht Schwetzingen ganz in der Tradition des für seine Weltoffenheit bekannten Kurfürsten Carl Theodor. Es zeigt sich auch heute als international geprägte Stadt, deren Herz für die Völkerverständigung schlägt.

Kultur - Kulinarik - Feste: Tourismusstadt Schwetzingen - gestern und heute, Gänsplatz

Hochadel, geistliche Würdenträger, Künstler und Bildungsreisende kamen zwischen Mai und Oktober nach Schwetzingen, sobald sich der Kurpfälzer Hof in der Sommerresidenz befand. Hauptanziehungspunkte für Besucher der Stadt waren damals wie heute Lebenslust, (Garten)kunst, Kulinarik und musikalischer Hochgenuss.

Genuss und Historie verbinden: Städtepartnerschaft mit Wachenheim an der Weinstraße, Neuschwetzingen und Schrobenhausen, Platz der Freundschaft

Wachenheim, Schrobenhausen und Karlshuld stehen für Genuss und Historie. Spargel und Wein haben 1953 als kulinarische Trümpfe Schwetzingen und Wachenheim/Wstr. zueinander geführt. 2018 wurden die Partnerschaften mit der Spargelstadt Schrobenhausen und dem Auswanderungsort Karlshuld-Neuschwetzingen in Bayern besiegelt.
 

ASC e.V.: 1900 Gründung während eines Spargelessens im Schlossrestaurant, Schlossplatz

1900 wurde die Gründung des Allgemeinen Schnauferl-Clubs als Vereinigung berühmter Konstrukteure wie Daimler, Bugatti, Maybach, Sachs, von Opel, Horch, Wankel, Ford, Benz, Porsche u.a. mit einem Spargelessen im Schwetzinger Schloss besiegelt. Der Oldtimerclub trifft sich hier traditionell zum jährlichen Spargelessen.

Bertha Benz: Die erste Fahrt mit einem Automobil (1888) führt durch Schwetzingen, Gänsplatz

Bertha Benz brach gemeinsam mit ihren beiden Söhnen im August 1888 klammheimlich mit einem dreirädrigen pferdelosen Gefährt von Pforzheim nach Mannheim auf. Mit dieser Erfindung ihres Ehemannes Carl begann die erste automobile Fernfahrt eines motorbetriebenen Fahrzeugs der Geschichte.
 

Gartenphaeton: Ein englisches Gartengefährt (1761) in Schwetzingen, am Leimbach

Oberbaudirektor Nicolas de Pigage kaufte während seiner Englandreise 1776 einen so genannten Gartenphaeton für den Schwetzinger Schlossgarten an. Erfinder Ovenden benannte den pferdelosen Gartenwagen, der mit Muskelkraft angetrieben wurde, nach dem Sohn von Sonnengott Helios. Die Erfindung des Fahrrads war nun nicht mehr weit.

Eisenbahngeschichte: Schwetzingens Anbindung (1870) an die Rheinbahnlinie, Jahnplatz

Am 4. August 1870 traf der erste Zug in Schwetzingen ein. Schwetzingen entwickelte sich in den darauffolgenden Jahren zu einem Eisenbahnknotenpunkt. Großunternehmen konnten ihre Produkte in ganz Deutschland und der Welt absetzen. 2020 wurden anlässlich des Jubiläums „150 Jahre Rheinbahn“ Motivbank und Tafel aufgestellt.

Sportstadt Schwetzingen: Schwetzingen hat im Tischtennis und beim Handball die Nase vorn, Odenwaldring

Die Schwetzingerin Lore Eichhorn (Jahrgang 1939) kann für den TV 1864 mehr als 360 Erfolge auf badischer, baden-württembergischer und bundesdeutscher Ebene im Tischtennis verzeichnen. Auch die Handballer der HG Oftersheim / Schwetzingen spielen seit Jahrzehnten auf Regional- und Landesebene auf hohem Niveau.

Merowinger: Zahlreiche Gräber des 6./7. Jhdt. berichten von frühmittelalterlicher Siedlung, Schälzig (zwischen Sternallee und Zähringerstraße)

Ab der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts siedelten die fränkischen Merowinger aus Frankreich kommend auch in Schwetzingen. Zwischen Lindenweg und Maschinenweg, nördlich des Schlossgartens, wurden bei Ausgrabungen zwischen 1777 und dem Ende der 1980er Jahre etwa 70 Gräber des 6. und 7. Jahrhunderts entdeckt.

Bandkeramiker: Das größte Gräberfeld der Bandkeramiker im süddeutschen Raum, Schälzig (zwischen Sternallee und Zähringerstraße) 

Die in weiten Teilen Europas beheimatete Kultur der Bandkeramik siedelte aufgrund der fruchtbaren Böden des Oberrheingrabens vor über 7.000 Jahren auch in Schwetzingen. Im Neubaugebiet „Schälzig“ wurde bei Ausgrabungen das größte bandkeramische Gräberfeld im deutschen Südwesten (ca. 200 Gräber) entdeckt.

Ein Paradies der Tonkünstler: Kurpfälzische Hofmusik in der Sommerresidenz, Weg der Hofmusik

Mit den Kurfürsten Carl Philipp und Carl Theodor entstand in der Kurpfalz eine höfische Musikkultur sondergleichen, die Mannheim und somit auch Schwetzingen zwischen 1747 und 1778 zu einer der führenden Musikmetropolen Europas werden ließ. Die Musikgeschichte prägte für diese Epoche den Begriff der „Mannheimer Schule“.

Hörbar - ein Paradies der Tonkünstler, Weg der Hofmusik

Die Infostation lässt die Festivalstadt Schwetzingen und deren besondere Musikgeschichte rund um das Thema „Kurfürstliche Hofmusik“ nacherleben. Texttafeln, zugleich die Rückenlehnen einer zentralen Bank, berichten über die Musiker und Komponisten der berühmten Hofkapelle des Kurfürsten Carl Theodor. Fünf weitere Tafeln liefern ergänzende Informationen über den Besuch der Familie Mozart in Schwetzingen, sowie zu den Festivals klassischer Musik in heutiger Zeit. Ergänzend können über QR-Codes Einspielungen von Kompositionen der so genannten „Mannheimer Schule“ abgerufen werden.

350 Jahre Spargelanbau, Spazierweg am Spargellehrpfad

Kurfürst Carl Ludwig ließ ab 1668 Spargel im Schlossgarten anbauen. Gartendirektor Johann Michael Zeyher knüpfte 1820 an die Tradition an. Mit dem ersten Spargelmarkt 1894 wurde eine Spargelmarktverordnung initiiert. Durch die Sonderzüchtungen „Lukullus“ und „Meisterschuss“ begann um 1910 Schwetzingens Ruf einer Spargelmetropole.

Tabakstadt Schwetzingen - gewachsen - gerollt - geraucht, Bahnhofanlage

Kurfürst Carl I. Ludwig führte nach 1661 den Tabak in Schwetzingen ein. Im ausgehenden 19. Jhdt. wurde er eine der wichtigsten Sonderkulturen. Die tabakverarbeitende Industrie war seit dem 19. Jahrhundert industrieller Motor der Stadtentwicklung. Im Laufe des 20. Jhdts. wurden die Unternehmen verlegt oder geschlossen.
 

Schwetzingen macht Dampf: 150 Jahre Rheinbahnanbindung, Bahnhofanlage

Am 4. August 1870 traf der erste Zug in Schwetzingen ein. Schwetzingen entwickelte sich in den darauffolgenden Jahren zu einem Eisenbahnknotenpunkt. Großunternehmen konnten ihre Produkte in ganz Deutschland und der Welt absetzen. 2020 wurden anlässlich des Jubiläums „150 Jahre Rheinbahn“ Motivbank und Tafel aufgestellt.

"WIR20" - Der Mauerfall 1989 / Wiedervereinigung 1990, Berliner Platz

Mit dem Mauerfall 1989 und der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 endete für viele Menschen ein drei Jahrzehnte währendes Trauma deutsch-deutscher Geschichte. Anlässlich des 30. Jahrestages der Wiedervereinigung (3. Oktober 2020) wurde in Schwetzingen eine Motivbank als Symbol des Zusammenwachsen Deutschlands und die Rückkehr zu Berlin als Hauptstadt eingeweiht. Bei dieser besonderen Bank handelt es sich um zwei Bänke, die durch die gemeinsame Rückenlehne zu einer Bank – als Symbol der Wiedervereinigung - zusammengeführt wurde. Der Titel der Motivbank Wir20 wurde analog zu der Skulptur von Armin Forbrig - Wir91 - gewählt.

Schwetzingen - Ort des Wohlfühlens und Verweilens, Durchgangsweg Dreikönigsstr./Schlossplatz
Willkommensbank, Gänseplatz/Ecke Touristinformation
Stéphanie de Beauharnais: Großherzogin von Baden 1789-1860 - Dreibrückentor

Nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 fielen die rechtsrheinischen Gebiete der Kurpfalz an Markgraf Carl Friedrich von Baden. Im gleichen Jahr der Erhebung Badens zum Groß­herzogtum (1806) verheiratete Kaiser Napoléon Bonaparte zur Sicherung des französisch-badischen Bündnisses seine Adoptiv­tochter, die kaiserliche Prinzessin Stéphanie de Beauharnais, mit dem Erbprinzen Karl Ludwig von Baden. Legendär ist Stéphanies Schicksal als Mutter - nur drei ihrer insgesamt fünf Kinder überlebten das Kindesalter. Nach dem frühen Tod ihres Gatten blieb das Mannheimer Schloss bis zu ihrem Ableben ihr Witwensitz. Sehr gerne hielt sich Großher­zogin Stéphanie in den Sommermonaten in der Schwetzinger Sommerresidenz auf, wo einst ihre erste Tochter Luise geboren wurde (1811).

Elisabeth Charlotte: „Liselotte von der Pfalz“ 1652-1722 - Dreibrückentor

Als Tochter des Kurfürsten Karl I. Ludwig verlebte Prinzessin Elisabeth Charlotte im Heidelberger Schloss eine unbe­schwerte Kindheit. Gerne besuchte sie das Schwetzinger Schloss, wo die „Gattin zur Linken“ ihres Vaters, Luise von Degenfeld, zusammen mit den Halbgeschwistern wohnte. Mit 19 Jahren wurde „Liselotte“ mit Philippe d´Orléans, dem Bruder König Ludwigs XIV., verehelicht. Mit dem Tod ihres kinderlosen Bruders Karl II. erlosch die Pfalz-Simmersche Linie. Der Sonnenkönig erhob Erbansprüche auf die Kurpfalz - im Pfälzisch-Orléanschen Erbfolgekrieg wurde das gesamte Ter­ritorium, somit auch die Schlösser Heidelberg und Schwetzingen, verwüstet. Als emsige Briefeschreiberin bleibt „Madame“ bis heute in Erinnerung.

Elisabeth Auguste - Eingangsbereich Xylon

Elisabeth Augusta wurde am 17. Januar 1721 in Mannheim geboren. Nach dem frühen Tod der Eltern wuchsen sie und ihre beiden jüngeren Schwestern bei ihrem Großvater Kurfürst Carl Philipp am kurpfälzischen Hof in Mannheim und Schwetzingen auf. Zur Sicherung der Erbfolge in der Kurpfalz wurde sie bereits 1733 mit ihrem vier Jahre jüngeren Cousin Carl Theodor verlobt. Die prunkvolle Hochzeit fand an ihrem 21. Geburtstag in Mannheim statt. Noch im selben Jahr 1742 starb Carl Philipp und Elisabeth Augusta wurde Gemahlin des regierenden Kurfürsten Carl Theodor. Elisabeth Augusta war eine willensstarke, einflussreiche und lebenslustige Persönlichkeit, die die Musik, das Theater und vor allem die Jagd liebte. Carl Theodor, eher introvertiert und melancholisch, begann sich nur langsam von der Dominanz seiner rangbewussten Gemahlin zu befreien. Nachdem der lang ersehnte Stammhalter 1761 kurz nach der Geburt verstarb, entfremdete sich das Kurfürstenpaar zunehmend voneinander. Kurfürstin Elisabeth Augusta verbrachte fortan die Sommermonate in ihrem Schloss in Oggersheim, wo sie die dortige Marienwallfahrt förderte. Als Landesmutter verehrt, starb sie am 17. August 1794 in Weinheim, wohin sie vor den französischen Revolutionstruppen geflüchtet war. Ihre letzte Ruhestätte fand sie in der Jesuitenkirche St. Michael in München.



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