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Schwetzingen ist jetzt offizielle "Cittaslow" Stadt

Der Präsident von „Cittaslow“ Deutschland Manfred Dörr übergab die Urkunde an Oberbürgermeister Dr. René Pöltl

Seit dem Jahr 2018 ist die Spargelstadt Schwetzingen Mitglied im internationalen Städtenetzwerk „Cittaslow“. Zuvor hatte der Gemeinderat im Jahr 2017 einer Bewerbung um eine Aufnahme zugestimmt und die Stadt hatte daraufhin ein durchaus anspruchsvolles Zertifizierungsverfahren durchlaufen. Rund 70 Kriterien sind zu erfüllen. Folglich war die Freude bei Oberbürgermeister Dr. René Pöltl groß, als Schwetzingen in den kleinen und feinen Kreis besonderer Städte aufgenommen wurde. „Wir wurden hart geprüft, ob wir die „Cittaslow“ Kriterien erfüllen“, so Pöltl. „Die Aufnahme ist für uns Ansporn, unsere Bemühungen in diesen Bereichen noch zu verstärken. Momentan arbeiten wir an einem neuen Tourismuskonzept und merken, dass die „Cittaslow“ Kriterien gerade auch in diesem Bereich eine wichtige Rolle spielen“, betont er. „Unser Ziel ist es, eine besondere Qualität in den Bereichen Lebens- und Aufenthaltsqualität und Kulinarik zu erreichen und langfristig mit Leben zu füllen.“
Eigentlich hätte schon längst die offizielle Übergabe der Urkunde im italienische Orvieto, dem Sitz des weltweiten „Cittaslow“ Netzwerks stattfinden sollen.  Doch Corona machte den Reiseplänen einen Strich durch die Rechnung. Und so überreichte jetzt Manfred Dörr, Präsident von „Cittaslow“ Deutschland und Bürgermeister des pfälzischen Deidesheim, die Urkunde an seinen Schwetzinger Amtskollegen.
Dieser kommt immer wieder gerne über den Rhein in die Kurpfalz. Schon zu seiner Studentenzeit, so Dörr, sei er oft Gast in Schwetzingen gewesen und habe sich hier immer wohlgefühlt. „In Schwetzingen spürt man den Hauch der Geschichte und den Willen zu Innovation gleichermaßen“, so schwärmt er. Und als ältestes Spargelanbaugebiet Deutschlands mit seinem reichhaltigen Kulturangebot und dem entschleunigten Schlossplatz könne die Stadt durchaus punkten, so Dörr.
 
Aus den gemeinsamen Sitzungen des Städtenetzwerks heraus sind übrigens bereits zwei konkrete Projekte in Schwetzingen umgesetzt worden. Zum einen der Schwetzingen-To-Go-Becher“, den die Schnecke ziert, und zum anderen die speziell auf Schwetzingen abgestimmte Bienenfreundliche Saatgutmischung, die kürzlich als Samentütchen kostenlos an alle Schwetzinger Haushalte verteilt worden ist.

Zum Hintergrund

„Langsame Stadt“ – das bedeutet die italienisch-englische Wortkombination „Cittaslow“ wörtlich übersetzt. Das Symbol der Organisation ist daher die orangefarbene Schnecke, die auf ihrem Haus die Silhouette einer Stadt trägt. „Cittaslow“ steht für ein Netzwerk von Städten, die auf Grundlage der Agenda 21 durch eine nachhaltige und behutsame Stadtentwicklung die Lebens- und Aufenthaltsqualität für Bürger und Gäste steigern wollen. Damit soll auch nachfolgenden Generationen der Rahmen geschaffen werden, um auch in Zukunft gut leben zu können.
Im Mittelpunkt steht dabei immer der Mensch. Einwohner und Gäste sollen sich wohlfühlen und mit ihrer Stadt identifizieren. So lautet eine Passage aus dem „Cittaslow“-Manifest: „Cittaslow das ist eine Stadt…, die reich ist an Plätzen, Theatern, Geschäften, Cafés, Restaurants, Orten voller Geist, ursprünglichen Landschaften, faszinierender Handwerkskunst, wo der Mensch noch das Langsame anerkennt…“
 
Die „Cittaslow“-Bewegung entstand 1999 in Italien, wo sie von einigen Bürgermeistern aktiver Slow-Food Städte ins Leben gerufen wurde. Das Netzwerk der „Cittaslows“ zählt heute weltweit mehr als 260 Partner in 30 Ländern. In Deutschland gehören mittlerweile 21 Städte zum Verbund. Der Sitz der deutschen Organisation ist seit 2015 im pfälzischen Deidesheim.